Hab Acht!

People don't change with time, they change by choice. - unknown
Vor einiger Zeit las ich Kathrin Fischers „Achtsam geht die Welt zugrunde“ und es rumort seitdem: Unbequem. Aber ich muss ihr durchaus Recht geben. Ich erkläre euch meinen Standpunkt.
Wir leben in einer Zeit, in der gefühlt alles eine (sofortige) Lösung braucht.
Du bist gestresst? → Meditiere und reguliere dich.
Du bist traurig? → Emotional Release.
Du bist wütend? → Atme.
Dein Job ist mies? → Kündige.
Deine Beziehung ist anstrengend? → Toxisch.
Du hast keine Energie? → Selfcare.
Die Welt ist komplett irre? → Digital Detox und ein Wochenende im Silent Retreat.
Und bitte nicht vergessen: Du bist nicht für die Gefühle anderer verantwortlich. Ernsthaft?
Ich frage mich hingegen, ob wir vor lauter Selbstfürsorge vergessen haben, dass wir nicht allein auf diesem Planeten wohnen. Natürlich ist es wichtig, auf sich zu achten. Aber wann wird aus Selbstfürsorge eigentlich Egoismus?
Ich habe oft den Eindruck, dass wir verlernen Dinge einfach mal auszuhalten. Konkret z.B. eine unangenehme Unterhaltung, eine andere Meinung, Langeweile, einen schlechten Tag, Frust, Kritik, Verantwortung - oder die Erkenntnis, dass vielleicht nicht immer die anderen das Problem sind.
Nicht jedes unangenehme Gefühl ist ein Zeichen, dass etwas „nicht aligned“ ist. Manchmal ist es halt einfach… unangenehm. Und vielleicht ist das Leben auch nicht dafür gemacht, sich permanent gut anzufühlen. Damit meine ich selbstredend nicht, dass wir toxische Beziehungen, schlechte Arbeitsbedingungen oder echte Grenzüberschreitungen aushalten sollen.
Aber zwischen sich selbst schützen und alles seinem Wohlbefinden unterzuordnen liegt ein ziemlich großer Raum.
Und auch DAS ist Yoga. Es lehrt uns auch Unangenehmes auszuhalten. Ich halte meine Wut aus, ohne sie wegzumeditieren. Ich halte einen Konflikt aus, ohne sofort jemandem zu entfolgen. Ich halte aus, dass ich nicht immer Recht habe und hinterfrage meine Besserwisserei.
Und vielleicht schaue ich nicht nur nach innen, sondern auch mal nach außen und entscheide proaktiv, was diese Situation oder Person von mir braucht.
Achtsamkeit ist nämlich nicht das Ende von Wut, Frust und Widerstand, sondern der Anfang bewusst zu entscheiden wofür es sich lohnt unbequem zu werden.

Montag: Dynamic Pilates 17:15 Uhr 60 Minuten hybrid und danach
Advanced Flow 18:30 Uhr 75 Minuten im Salon de Shakti
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Dienstag: Pilates für Fortgeschrittene 09:00 Uhr 50 Minuten hybrid im ESV
Zoom entfällt diese Woche
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Mittwoch: Pilates 09:00 Uhr 60 Minuten live im Urban Yoga Munich Untergiesing __________________
Donnerstag: Pilates für Fortgeschrittene 08:30 Uhr 50 Minuten hybrid im ESV
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